Kolumne, Lifestyle

Wenn du mehr als nur eine Erde brauchst

Über 7 Milliarden Menschen leben auf der Erde – und es werden immer mehr. 2050 sollen es sogar über 9 Milliarden sein. Und während die einen deutlich mehr haben, als sie brauchen, leiden die anderen darunter, dass sie nicht einmal genug haben, um zu überleben. Genau dieses Problem spricht das Buch Noah von Sebastian Fitzek an, das ich zuletzt gelesen habe. In seinem Nachwort zum Buch machte der Autor klar, dass die Menschheit nicht das Problem der Überbevölkerung besitzt, sondern das Problem der ungerechten Verteilung von Ressourcen. Sprich: Es ist genug für alle da, wenn (und genau hier liegt das Problem) wir Lebensmittel und Co gerecht verteilen. Was eben auch bedeutet: Die, die zu viel haben (also wir) müssten lernen zu verzichten. Dieser Verzicht würde beispielsweise bedeuten, dass wir eben nicht alle jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren könnten, sondern Bus und Bahn nehmen müssten, dass nicht immer alle Lebensmittel verfügbar sind, Energie gespart, ökologisch nachhaltig produziert, Müll vermieden und sonst recycled werden müsste, etc. etc. Wenn jeder von uns seinen ökologischen Fußabdruck auf ein gesundes, verträgliches Maß reduzieren würde, könnten wir es schaffen, dass alle Menschen genug hätten, um auf dieser Erde zu leben ohne sie dabei vollständig auszubeuten und zu zerstören. Soweit jedenfalls die Theorie.

Der ökologische Fußabdruck

Gerade was eine für die Erde verträgliche, nachhaltige Lebensweise betrifft, sollte man – so denke ich jedenfalls – nicht den moralischen Zeigefinger heben und andere für ihre Lebensweise verurteilen, sondern bei sich selbst anfangen und schauen, wie nachhaltig der eigene Lebensstil ist und was man vielleicht ändern kann, um ihn zu verbessern.
Wie viele Erden die Menschheit brauchen würde, wenn alle Menschen so leben würden wie man selbst, kann man hier testen. Ich habe den Test gemacht – einigermaßen sicher, dass ich halbwegs gut abschneiden würde. Schließlich achte ich schon auf meinen Lebensstil.
Und trotzdem kam der Rechner zu dem erschreckenden Ergebnis, dass mein Lebensstil immer noch knappe 2,5 Erden benötigen würde, um für diese Erden verträglich zu sein. Ziemlich schlecht, da wir ja schließlich nur eine einzige Erde zur Verfügung haben.

Und jetzt?

Es gibt Faktoren in unserem Leben, die wir nicht beeinflussen können: So hat man als Mieter beispielsweise eher wenig Einfluss darauf, ob Solarzellen auf dem Hausdach angebracht werden können – und selbst wenn es das eigene Haus ist, fehlt hierfür nicht selten das Geld. Das liebe Geld spielt leider auch beim Einkauf im Biomarkt eine große Rolle. Auch den Ökostrom auf der Arbeit kann man als Arbeitnehmer nicht einfordern.
Trotzdem gibt es noch einige einfache Dinge, die eigentlich jeder tun kann, um sein Leben ein wenig nachhaltiger zu gestalten: Nur nach Bedarf einkaufen, das Auto öfter mal stehen lassen, Kleidung auch mal Secondhand kaufen, weniger tierische Produkte essen und mehr Gemüse aus der Umgebung und Saison, immer eine kleine Tasche für spontane Käufe dabei haben und die Plastiktüte im Einzelhandel ablehnen, übrig gebliebenes Essen zum Foodsharing geben, Essen und Getränke für Schule, Arbeit und Uni zuhause vorbereiten und in wiederverwendbaren Gefäßen transportieren,… – das hilft nicht nur der Umwelt, sondern spart auf Dauer auch noch eine ganze Menge Geld.
Ich werde daher auch weiter versuchen, nachhaltiger zu leben, als ich es jetzt tue, um die Erde ein kleines bisschen weniger zu strapazieren.
Wie haltet ihr es mit eurem ökologischen Fußabdruck? Habt ihr auch mal so einen Test gemacht? Achtet ihr darauf nachhaltig zu leben?
 
Bildquelle: Joao Silas via www.unsplash.com

5 thoughts on “Wenn du mehr als nur eine Erde brauchst

  1. Hallo Tina,
    Das Thema nachhaltig Leben interessiert mich auch seit einigen Jahren.
    Oft sind schon kleine Veränderungen gut. Ein Buch das mir zu dem Thema immer einfällt, ist das fast 10 Jahre alte Werk “Fast Nackt: Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu leben ” von Leo Hickman.
    Das kann ich auch nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte.
    Es ist unterhaltsam und zeigt auf lockere Art auch den “Konsumwahnsinn”, in dem wir in der heutigen Zeit ausgesetzt sind.
    Danke für den Lesetipp! Das Buch Noah kommt auch meine Leseliste.
    Beste Grüße
    Stephan

  2. Im Rahmen des Möglichen sollte jeder von uns versuchen, die Welt sauber und ordentlich zu halten und auch wenn wir es nicht alleine können – wenn wir nicht im Kleinen anfangen, wer dann…?

    LG

    Maccabros

  3. Liebe Tina,

    du hast absolut Recht, wenn du schreibst, dass jeder erst einmal bei sich selber anfangen soll. Dennoch finde ich es auch wichtig, andere auf dieses Thema aufmerksam zu machen und Tipps zu geben, wie man nachhaltiger agieren kann. Den Test finde ich sehr interessant und ich werde diesen späte mal machen.

    viele liebe Grüße
    Rebecca

  4. Ich werde diesen test gleich mal machen. Danke für den Tipp! ich denke, dass ist ein Theme, bei dem sich jeder Mal über sich selbst Gedanken machen sollte!
    Liebe Grüße
    Sarah

  5. […] entschieden habe. Eine Antwort, die mir wieder einfiel, als ich feststellen musste, dass wir ganze 2,5 Erden brauchen würden, wenn jeder Mensch genau so leben würde wie ich. Den eigenen ökologischen Fußabdruck auf […]

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