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Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist…

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Was einige ihren Ohren antun, ist schlicht unfassbar. Gerade eben saß mir auf dem Weg zur Arbeit jemand gegenüber, der während der Bahnfahrt einen Film von seinem Handy aus schaute. Dialoge, Musik und Hintergrundgeräusche des Films waren für mich extrem gut zu verstehen – und das, obwohl mein Gegenüber Kopfhörer trug.
Das ist nicht nur nervig für alle Mitreisenden, sondern auch extrem schädlich für die Ohren der Person mit den Kopfhörern.
Denn entgegen der gängigen Vorstellungen erholt sich das Ohr nicht von lärmbedingten Schädigungen der Haarsinneszellen, welche Schalleindrücke an das Gehör weiterleiten. An Lärm kann sich das menschliche Ohr nicht gewöhnen – nicht umsonst gibt es strikte Gesetze gegen Lärmbelästigungen. Lärmgeschädigte Personen hören nicht selten schlechter und sind häufig auch anfälliger für Lärm – um nur einige Folgen von zu hoher Lautstärke zu beschreiben.

Wie wichtig das Gehör ist, dürfte jedem bewusst sein- Trotzdem erlebe ich immer wieder Menschen, die viel zu laut Musik hören und damit regelmäßig ihr Gehör schädigen. Das liegt wohl auch daran, dass Musikhören Spaß macht und daher ein Konzert eben trotz fast derselben Lautstärke eines Presslufthammers beim Publikum keine Fluchtreaktionen auslöst. Problematisch ist nur, dass das Ohr keinen Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Lärm macht. Beides ist gleichermaßen schädigend. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Dabei ist es gar nicht so schwer sein Gehör bei Konzerten und Co zu schützen. Auf vielen Konzerten und Festivals werden kostenlose Ohrenstöpsel aus Schaumstoff verteilt. Die sind zwar nicht unbedingt die beste Lösung (bei mir halten sie auch eher schlecht als recht in den Ohren – der Sound wird ebenfalls sehr dumpf), aber definitiv besser als ein Tinnitus.
Wer regelmäßig Konzerte der etwas lauteren Art besucht oder gar Musiker ist, sollte die Investition wagen und auf etwas teurere Modelle zurückgreifen.
Ab ca. 19€ kann man schon bereits vorgefertigte Plugs (die sehen ein wenig wie kleine Tannenbäumchen aus) erwerben, die dank weicher Membranen angenehm zu tragen sind und zusätzlich nicht den Sound insgesamt abdämpfen, sondern gezielt filtern.
Für diejenigen, die es noch ein wenig professioneller haben möchten, besteht die Möglichkeit sich einen Gehörschutz individuell anfertigen und auf seine Ohren anpassen zu lassen. Hier ist man zwar mit der nicht ganz geringen Summe von ca. 150€ dabei, hat aber eben auch einen kaum sichtbaren, perfekt sitzenden Gehörschutz, der trotzdem ein sehr gutes Klangbild ermöglicht. Für Musiker daher wohl die ideale Wahl. Schließlich sollte einem das eigene Gehör schon etwas wert sein.

Für Kopfhörer gilt: Im Idealfall auf Modelle zurückgreifen, die Außengeräusche schon etwas rausfiltern – dann muss man Handy, MP3-Player und Co auch nicht auf die volle Lautstärke stellen, um ungestört Musik hören oder eben einen Film schauen zu können.

Zwischendurch darf es auch bei mir durchaus mal etwas lauter sein als die berühmte Zimmerlautstärke. Allerdings bitte auf gar keinen Fall regelmäßig. Meine Ohren werden es mir danken!

6 thoughts on “Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist…”

  1. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Musiker, die jahrelang auf der Bühne standen oder noch stehen, ziemlich taub werden oder erhebliche Probleme haben -u.a. Sting

    Und was die Leute heute oder früher ihren Ohren “antuen”, merken sie meist erst dann, wenn es zu SPÄT ist…

    LG

    Maccabros

  2. Hat dies auf Marsis Welt rebloggt und kommentierte:
    Als Tonmensch ist mir mein Gehör auch immer wichtig, ist es doch mein Arbeitswerkzeug. Schlimm dann ist aber, dass es immer noch VA meinen, “Musik ist nur dann gut, wenn sie laut ist” und alles gerne noch lauter hätten. Meist des Getränkeumsatzes wegen…..

  3. Ich kriege auch immer Aggressionen wenn ich Menschen im Bus neben mir sitzen habe die unfassbar laut Musik hören. In ein paar Jahren sind die bestimmt taub
    Lg Tatjana

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