Kolumne

Reichweite und Instagram

“10 wichtige Dinge, die du tun musst, um deine Reichweite zu erhöhen”…”5 Wege zu mehr Followern auf Instagram

Überschriften wie diese entdecke ich in letzter Zeit immer häufiger. Followerzahlen, Klickzahlen – die Reichweite ist das, was heute den Wert der Eigenmarke Blog ausmacht. Denn je mehr Menschen man erreicht, desto attraktiver wird man auch für mögliche Kooperationspartner. Die haben nämlich die Qual der Wahl – und es ist mehr als nur einmal vorgekommen, dass hier allein die Reichweite entscheidet. Traurig aber wahr.
Einige Blogger setzen deshalb viel daran ihre eigene Reichweite möglichst schnell zu vergrößern. Einfach, um mit den anderen mithalten zu können. Denn schließlich geht es bei einigen schon längst nicht mehr um Ruhm und Ehre, sondern schlicht und einfach um Geld.
Gerade der Social Media-Bereich spielt hier eine wichtige Rolle, denn auch die Followerzahlen in diesem Bereich, beispielsweise bei Instagram oder Snapchat, werden zur Berechnung der Reichweite mit einbezogen.

Also was tun?

Was tun, wenn die Klick- und Followerzahlen der anderen stetig steigen, während man selbst im Status quo festzuhängen scheint?
Eine Möglichkeit besteht darin sich anzuschauen, was eben genau diese anderen anders machen als man selbst. Prinzipiell keine schlechte Idee. Und damit man nicht allzu lange suchen und vergleichen muss, haben einige gleich einen ganzen Artikel zum Thema Wie erhöhe ich meine Reichweite? geschrieben. Für Instagram gibt es beispielsweise immer wieder diese Tipps:

  1. Immer schön im Konzept bleiben
  2. Bei Instagram entsteht auf der eigenen Profilseite ein Feed, der sich aus allen geposteten Bildern zusammensetzt – du bist modebegeistert? Dann sorge dafür, dass das Thema Fashion auch klar dominiert.

  3. Weiß geht immer
  4. Wer sich nicht entscheiden kann welche Farbe er wählen soll, um die Forderung nach einem Farbschema zu erfüllen, ist mit Weiß auf der sicheren Seite. Das sieht schön sauber und aufgeräumt aus.

  5. Jeden Tag ein Bild
  6. Die eigenen Follower möchten etwas zu sehen bekommen, aber auch nicht den ganzen lieben langen Tag zugespamt werden.

  7. Die richtige Zeit für einen Post? Zwischen 17:00 und 18:00 Uhr
  8. Denn da beginnt für viele der Feierabend. Zu dieser Zeit hocken die meisten Menschen hinter ihrem Handy. Und je mehr Menschen die Möglichkeit haben, das frisch gepostete Bild anzuschauen, desto besser.

  9. Bearbeiten, bearbeiten, bearbeiten
  10. Fotografieren und direkt hochladen war gestern – ein gutes Instagrambild durchläuft mindestens 3 Bildbearbeitungsapps. Mehr ist in diesem Fall mehr.

 
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Und jetzt?

Diese Tipps sind natürlich alle korrekt: Ein einheitlicher Feed wirkt schöner und ordentlicher als ein buntes Wirrwarr; Weiß empfinden viele als schön und aufgeräumt; tote Accounts werden irgendwann von vielen entflogt; die, die nerven, auch; nur wer Zeit dafür hat, kann sich neue Bilder ansehen und hinter einem schönen Foto steckt eben auch oft etwas Arbeit. Das Problem ist nur, dass es für mich nicht einzig und allein darum gehen sollte, wie die Dinge formuliert, wie sie inszeniert und wann sie gepostet werden müssen, um möglichst viele Menschen zu erreichen und die eigene Reichweite zu erhöhen.
Natürlich freue ich mich über jedes Like und jeden Follower auf Instagram und ja, mir persönlich gefallen auch qualitativ hochwertige Bilder mehr, als ein verwackeltes Foto von einem unaufgeräumten Schreibtisch. Aber ich möchte, dass mein Account bei Instagram noch zu mir passt und das bedeutet auch, dass ich mir gewisse Freiheiten nehme. Ich folge keinem festen Farb- oder Inhaltskonzept und weiße Hintergründe gefallen mir persönlich zwar auch sehr gut, sind aber noch lange kein Muss. Ob und wie viel ein Bild bearbeitet wird, ist vom jeweiligen Bild abhängig. Jeden Tag ein Foto zu posten kriege ich nicht hin – weil ich nicht plane was ich poste. Wenn ich ein schönes Bild geschossen habe, dann poste ich es, unabhängig von der Uhrzeit und unabhängig davon. Wenn nicht, dann lasse ich es sein. Klar, mein Feed sieht deshalb natürlich auch nicht so schön aus wie bei einigen anderen und von 15k ist die Followerzahl meines Accounts auch noch Lichtjahre entfernt. Aber was bringt mir ein Account, der nichts mehr mit mir zu tun hat und mich obendrein auch noch unter Druck setzt (jeden Tag ein perfektes Bild zu posten ist nämlich mit viel Arbeit verbunden)?
Wer einheitliche Farbschemata, weiße Hintergründe und perfekte Bilder mag, der soll sie auch posten dürfen – gerne auch einmal täglich, pünktlich um 17:30 Uhr. Damit habe ich kein Problem. Solange man es tut, weil es einem selbst auch wirklich gefällt und nicht nur, weil die anderen es nunmal sehen wollen und man im aktuellen Reichweitenvergleich nicht hinterherhinken will.
 
Bildquelle: Benjamin Child & Patrick Tomasso via www.unsplash.com

7 thoughts on “Reichweite und Instagram”

  1. Nun ja – das Leben scheint beinahe nur noch aus Selbstdarstellern (Vorsicht Sarkasmus, da ich auch schreibe und poste) und Veröffentlichungen und Verfolgern zu bestehen.

    Doch letztendlich schreibst Du es richtig – es soll Spaß machen und nicht in Arbeit ausarten und wenn mir danach ist, lade ich etwas hoch oder eben nicht.

    Möge das reale Leben immer mit uns sein…

    GLG und erholsame Pfingsten Dir…

    Maccabros

  2. Hi Tina!

    Ich sehe das genauso. Instagram muss Spaß machen. Ich habe zwar mal versucht, mich an ein festes Konzept zu halten, aber das hat mich auch nicht glücklich gemacht. Klar, es ist ein Vorteil, wenn man viel Reichweite hat, aber deswegen möchte ich mich auch nicht selbst für etwas verkaufen, das ich nicht bin.

    Daumen hoch für diesen tollen Post.

    Liebe Grüße
    Lisa

  3. sehr coole Tipps 🙂
    ich finde das mit der Uhrzeit könnte man auch so sehen: wenn man selber einen “normalen” Arbeitsrhythmus hat, ist die Zeit, in der man selber Zeit für Instagram hat, die beste Zeit zum posten, weil auch alle anderen mit diesem “normalen” Rhythmus on sind 😉
    morgens zwischen 7 und 9 Uhr geht daher auch immer ganz gut.

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

  4. Hi Tina,

    Toller Artikel,bei dem viele Gedanken angesprochen werden, die
    ich mir auch schon gemacht habe.
    Nämlich Wo soll es hingehen mit dem Social-Media-Wahnsinn?

    Die Tipps die du aufgezählt hast lese ich auch oft.
    Bis zu einem gewissen Punkt funktionieren sie auch.
    Ob man damit jeder auf die 15K Folowerzahl kommt ist eine andere Geschichte.
    Ja, ich gebe solche Tipps sogar selber.

    Tipp 3 z.B.
    Der spielt auf die Regelmäßigkeit an.
    Beständigkeit ist für alles wichtig, was man im Internet aufbauen
    möchte. Ob das ein Blog, ein YouTube-Kanal oder ein Instagramprofil
    ist, überall ist Regelmäßigkeit das A und O.

    Aber muss es denn täglich sein?

    Das tägliche Posten ist das Problem was fast alle Social Media-Kanäle
    haben, die bestimmte Algorithmen nutzen.
    Denn nur durch tägliches Posten kann man „richtig“ groß werden.
    Das wird suggeriert.
    Der Fleißige wird belohnt.
    Müll-Posten bringt also etwas nur aufgrund der Regelmäßigkeit.
    Da frage ich mich immer wie lange das gut geht.
    Meiner Meinung nach rächt sich die “Masse statt Klasse Mentalität”
    und Facebook schaufelt sich damit sein eigenes Grab.

    Das so wahnsinnig viel Wert auf Followerzahlen gelegt wird
    irritiert mich sehr. Followerzahlen sind ein wirklich schlechter Indikator für Reichweite (5000 Fake Folower kann man sich leicht für ein paar Euro kaufen)
    Auch das Menschen Snapchat und Instagramm über
    Facebook stellen. Ja, die wachsenden Nutzerzahlen und
    die verschiedenen Zielgruppen sprechen dafür, dass es ein wichtiger
    Marketingkanal
    ist.
    Aber nur ein Kanal!
    Komplexe Inhalte (wie z.B. Suchworte 🙂 lassen sich in Text viel
    besser verankern als in einem Bild oder einem Snapchatvideo, das sich automatisch löscht.
    Ich nutze als Fotofan mittlerweile auch Instagram.
    Ja sogar mit Freude. Einen Teil meiner Fotos habe ich auch
    hochgeladen. Aber nur einen kleinen Teil. Das tägliche Posten habe ich
    mittlerweile aufgegeben. Nicht weil es zu anstrengend ist, sondern
    weil es mir nichts gebracht hat.
    Snapchat nutze ich gar nicht. Das Medium ist nicht so meins.

    Nach meiner Erfahrung sind die meisten “Social-Media-push-Tipps” sehr
    auf schnelles
    Wachstum ausgelegt.
    Ob das in jedem Fall längerfristigen Erfolg bringt wage ich zu bezweifeln.
    Manche Inhalte sind eben nicht für jedes Medium geeignet.

    Was ich in letzter Zeit entdeckt habe ist das Podcasten.
    Podcasts werden zwar nie die Durchschlagskraft und Reichweite wie
    YouTube-Videos haben, aber mich spricht das Medium an.
    Das wird oft bei den typischen Tipps vergessen.
    Das man Freude an dem Medium haben muss, um gute Inhalte zu schaffen.
    Man bekommt vermittelt, dass man auf allen Plattformen präsent sein
    soll. Ob einem das Medium liegt oder nicht, danach fragt keiner.

    LG
    Stephan

  5. Liebe Tina,

    du sprichst mir aus dem Herzen und ich handhabe es genau wie du. Natürlich sieht man das an meinen Followerzahlen, aber letztlich ist mir ein authentischer Feed lieber, als ein massentauglicher.

    liebste Grüße
    Rebecca

  6. Ich denke hier ist es wichtig die richtige Balance zu finden. Wie du schon schreibst: natürlich freut man sich über schöne Fotos. Die gefallen einem einfach. Aber wenn ein Account zu perfekt wird oder man gar (was in letzter Zeit bei ein paar Accounts auffällt) wirklich nur noch mit Werbung gefüllt wird, können die Fotos noch so schön sein.
    Ein bisschen Seele muss bei all der Perfektheit dann doch noch dahinter stecken. 😉

  7. Hach das mit mehr Follower krieg ich auf Instagram auch nicht so richtig hin. Ich bin da bei 340 und das ist wsl für Blogger relativ wenig. Aber mir macht es trotzdem Spaß und ich poste meine Bilder wann und wie ich will und wenn ich dann sogar einen neuen Follower bekomme, freue ich mich trotzdem. Als ich mit dem Blog Projekt gestartet habe, war ich gestresst und überprüfte ständig mein Handy nach neuen Ergebnissen. Jetzt lasse ich es einfach laufen und mache, wie es mir gefällt – ist wahrscheinlich das beste Rezept, um sich selbst treu zu bleiben.

    Liebste Grüße

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