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Musikerkrankheit: Sehnenscheidenentzündung – und was man dagegen tun kann

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Das Handgelenk ist angeschwollen, rot und schmerzt auch wenn es gar nicht bewegt wird. Eine unangenehme Sache, die sich eine ganze Zeit hinziehen und im schlimmsten Fall sogar chronisch werden kann.

Ihr kennt das nicht? Dann gehört ihr zu den Glücklichen, die (noch) keine Probleme mit einer Sehnenscheidenentzündung hatten. Die tritt häufig am Handgelenk, aber auch an der Schulter oder der Achillesferse auf.

Die Ursachen

Eine Sehnenscheidenentzündung ist – wie der Name schon sagt – eine Entzündung der Sehnenscheide, die häufig durch eine Überlastung der Sehnenscheide entsteht.
Was ist eine Sehnenscheide eigentlich?
Unsere Sehnen sind dazu da, die Muskulatur mit dem Skelett zu verbinden und mit Hilfe der Muskelkraft das Skelett zu bewegen. An den Stellen, an denen unsere Sehnen besonders beansprucht werden oder relativ nah an Knochen vorbeilaufen, werden sie von Sehnenscheiden umgeben. Die bestehen aus Bindegewebe und beinhalten eine Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass die Sehne leicht hin- und her gleiten kann und vor Reibung geschützt ist.
Entzündet sich das Ganze, beispielsweise durch Überlastung, kann das sehr schmerzhaft werden.
Als Musikerin und selbstständige Texterin bin ich quasi doppelt gefährdet. Meine Hand wird jobbedingt ständig belastet: Entweder ich übe Klavier und Gitarre oder aber ich schreibe und sitze dabei meistens tippend hinter dem Rechner.
Aber auch Sportler, Informatiker oder Handwerker (eben alle, die Hände und Co viel belasten) haben nicht selten mit Entzündungen der Sehnenscheide zu tun.

Was kann man dagegen tun?

  1. Nicht belasten
  2. Der erste Schritt ist relativ logisch und gleichermaßen effektiv: Die Hand (in meinem Fall) ruhig halten und möglichst wenig bis gar nicht belasten. Das ist nur leider für Menschen wie mich relativ schwierig umzusetzen. Aber auch bei Menschen, die nicht zur klassischen Risikogruppe gehören, ist das nicht weitere Belasten der Hände auch so eine Sache für sich, wenn man mal bedenkt wofür man alles seine Hände benötigt…

  3. Aufwärmen
  4. Vor dem Sport wärmen wir uns in der Regel immer auf. Zumindest sollte man das dringend tun. Das Warmmachen vor dem Sport ist für viele von uns selbstverständlich. Wenn wir Musik machen oder lange am Computer sitzen, tun wir das nur allzu oft nicht. Faulheit, die schmerzhafte Folgen haben kann. Daher: Vor einer intensiven Belastung die Hände unbedingt aufwärmen, beispielsweise indem man die Hände langsam nach rechts und links dreht.

  5. Kühlen
  6. Ist der Schmerz einmal da, hilft es, die betroffene Stelle zu kühlen. Hierzu gibt es entweder verschiedene Salben oder aber auch die einfache (und kostengünstigere) Methode mit Eis oder Kältekompressen. Aber Vorsicht: Zu kalt darf es auch nicht werden! Am besten die Kühlakkus vorher in ein Tuch packen.

Physio-Tape ein Hilfsmittel?

Wie bereits erwähnt, fällt es mir besonders schwer die Hand nicht weiter zu belasten. Meine Hand ist quasi mein Arbeitsgerät – ich belaste sie daher ständig. Ich habe einige Verbände und Schienen ausprobiert, war damit aber bisher (aus verschiedenen Gründen) eher unzufrieden.
Da ich mittlerweile relativ häufig (gerade bei Sportlern, aber auch immer wieder bei Musikern) Physio-Tapes gesehen habe, habe ich mich dazu entschieden das auch mal zu testen. Praktischerweise gab es die Tapes zu der Zeit relativ günstig beim Discounter, sodass ich zugeschlagen und mir zwei Rollen gekauft habe.
Um das Tape anzubringen, habe ich mich vertrauensvoll an YouTube gewandt und ein gutes Video gefunden, in dem erklärt wird, wie das Tape auf Handgelenk und Unterarm zu kleben ist:

 
Die Wirkung von Physio-Tapes ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Aber ich muss sagen: Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Tape. Ich merke schon, dass ich die Hand so weniger belaste als sonst, aber meine Bewegungsfreiheit ist trotzdem nicht völlig eingeschränkt.
Zusätzlich hierzu fühlt sich das Tape sehr angenehm auf der Haut an. Es ist atmungsaktiv und wasserfest und hält damit zwischen 3 und 7 Tagen. Nachdem es seine Haltbarkeit verloren hat, kann es komplett schmerzfrei wieder abgelöst werden.
Wichtig hierbei: Vorher die betreffenden Körperstellen rasieren, das verbessert die Haltbarkeit des Tapes und zieht hinterher nicht unangenehm.
 
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch häufiger Probleme mit einer Sehnenscheidenentzündung? Und was tut ihr dagegen?

5 thoughts on “Musikerkrankheit: Sehnenscheidenentzündung – und was man dagegen tun kann

  1. Das kenne ich vom Sport (Tennis) und auch vom PC – Mausleiden….

    bisher hilft Entzug und Salben und, wie Du zeigst, im Extremfall (bisher nicht bei mir) mit einem Verband…

    LG

    Maccabros

  2. Das ist leider nicht nur eine Musikerkrankheit.. nennt man ja auch oft Sekretärinnen-Krankheit. Als ich zum Beispiel die ersten paar Wochen meine Tippkurse hatte (10-Finger-System) war ich auch nah dran und einige meiner Mitschüler hatten ne böse Entzündung.
    Eine Freundin, die seit Jahren im Büro arbeitet, leidet mittlerweile auch regelmäßig dran. Bin wirklich froh, dass mir das bisher erspart geblieben ist.

    Ich wünsche dir eine gute Besserung meine Liebe!! :-*

  3. Von Sehnenscheidenentzündungen bin ich bis jetzt zum Glück verschohnt geblieben. Aber ich glaube das ist auch etwas Veranlagung. Ein befreundeter Gittarist klagt über solche Beschwerden, seit seinem 16. Lebensjahr.
    Schöne Tipps auch wenn ich hoffe das ich sie nie anwenden muß
    Beste Grüße

  4. Ich füge zu Maribels Anmerkung noch Bloggerkrankheit hinzu 😀
    Als ich jeden Tag geschrieben und Kommentare beantwortet hab hatte ich das auch monatelang.
    Das ist einfach unglaublich nervig und da merkt man auch mal für was man die alles so braucht! Wenn es ständig und bei jeder Bewegung schmerzt. Das Tape sieht man ja mittlerweile echt überall und an jeder beliebigen Körperstelle. Bei der nächsten werd ich das mal testen. Gibt ja echt n Haufen Sportler die darauf schwören und ich könnt mir auch echt gut vorstellen, dass das was bringt!

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