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Minimalismus-Challenge: Ungeschminkt 

Eieiei – viel zu viel Zeit ist seit dem letzten Post vergangen. Vor allem zum Fotografieren bin in den letzten Wochen eigentlich gar nicht gekommen, was aber vor allem auch am Wetter lag. Jetzt wo der Frühling hoffentlich so langsam aber sicher kommt, gelobe ich Besserung.
Vor einiger Zeit habe ich hier über die Minimalismus-Challenge berichtet. Nun war es an der Zeit, endlich mal damit zu beginnen, ein paar der 30 Punkte auf der Liste in Angriff zu nehmen. Für den Start habe ich mir einen (zumindest für mich) vergleichsweise einigermaßen einfachen Punkt herausgepickt: Der komplette Verzicht auf Make-up, einen ganzen Tag lang. Und so blieb der Schminkkoffer einen Tag geschlossen. Nach der morgendlichen Dusche wurde ein bisschen (natürlich ungetönte) Tagescreme aufgelegt und das wars.
 
Meinem Gesicht mal einen Tag lang eine Pause von Foundation, Puder und Co zu gönnen, fiel mir ehrlich gesagt nicht allzu schwer. Ich gehörte noch nie zu den Mädels, die sich heimlich morgens den Wecker gestellt und schnell wenigstens etwas BB- oder CC-Creme aufgelegt haben, um selbst von ihrem Freund nicht ungeschminkt gesehen zu werden.
Aber ja: In der Regel begegne ich meinen Mitmenschen mit einer leichten bis mittelstarken (je nach Anlass) Schicht Schminke – weil ich mich damit schon ein wenig schöner fühle als ohne sie. Ich schminke mich, um mein Aussehen zu optimieren – Augenringe und kleine Unreinheiten der Haut decke ich gerne ab und auch bei meiner sehr hellen Haut helfe ich mit etwas Farbe gern nach. Ab und zu darf es dann auf den Lippen oder um die Augen herum auch gerne mal etwas knalliger oder dunkler werden.
Trotzdem würde ich behaupten mich so zu schminken, dass man mich auch ohne Make-up noch problemlos erkennt und nicht völlig aus den Wolken fällt, weil man nach dem Abschminken auf einmal (optisch) eine ganz andere Person vor sich sieht. Das ist mir auch wichtig. Ich bin mit mir und meinem Aussehen zufrieden und möchte daher auch optisch keinen anderen Menschen aus mir machen.
 
Die Reaktionen auf mein No-Make-up-Experiment fielen auch dementsprechend unspektakulär aus. Zwar wurde ich ab und zu gefragt, ob ich müde sei (ein frischer Look mit Augenringen und super blasser Haut – die allerdings von den chinesischen Mädels als sehr schön empfunden wurde – ist eben dann doch etwas schwer), einige fanden aber die ungeschminkte Variante meines Aussehens sogar besser als die mit Make-up – und vielen ist es schlicht gar nicht erst aufgefallen (das betraf erstaunlicherweise vor allem die Männer, die – wenn überhaupt – nur fragten: “Irgendwie siehst du heute ein bisschen anders aus, oder? Aber ich komm nicht drauf…ähm…warst du beim Friseur?”).
 
Für mich ist in Sachen Make-up das richtige Maß entscheidend. Ich mag es, meine Vorzüge hervorzuheben und vielleicht nicht ganz so schöne Dinge (z.B. den einen oder anderen Pickel) zu verstecken. Und für eine Partynacht, ein paar schöne Fotos, die Bühne u.ä. darf es dann gerne auch mal etwas mehr sein. Das allerdings bitte ohne mich völlig zuzukleistern und auch so, dass ich nicht wie eine Puppe wirke. Es gibt aber auch Tage, Aktivitäten und Anlässe, zu denen ich Make-up völlig überflüssig finde und gerne darauf verzichte.
An einem regnerischen Sonntag, an dem man es sich in bequemer Kleidung zuhause gut gehen lässt, hat Make-up für mich beispielsweise nicht wirklich etwas verloren. Gleiches gilt für den Sport – dafür schminke ich mich auch nicht extra und auch zum Einkaufen, für einen Arztbesuch etc. muss ich mich nicht aufbrezeln. Meine Liebsten kennen mich natürlich auch ohne Make-up.

Fazit

Da ich behaupten würde, bisher auch ein weitestgehend vernünftiges Verhältnis zu meinem Äußeren gehabt zu haben, hat sich für mich nach der Challenge nicht wirklich etwas verändert. Ich fühle mich nach wie vor mit Make-up sehr wohl und auch attraktiver, habe aber auch kein Problem damit, das Haus mal ungeschminkt zu verlassen. Dieser Teil der Challenge hatte das Ziel zu zeigen, dass Make-up mehr eine Option ist, als ein Muss und dem muss ich zustimmen. Niemand muss sich täglich schminken. Definitiv nicht. Einige meiner Freundinnen verzichten eigentlich immer auf Make-up – und sehen auch ohne Schminke wunderschön aus. Ich allerdings mag es schon, meine optischen Vorzüge mit etwas Farbe zu unterstreichen und werde das auch weiterhin tun.
Der größte Vorteil des Tages ohne Make-up? Der lag definitiv darin, das lästige Abschminken abends gespart zu haben.
 
Bildquelle: Manu Camargo via www.unsplash.com

4 thoughts on “Minimalismus-Challenge: Ungeschminkt 

  1. Hallo Tina,

    deine Beschreibung, dass Männer das fehlende Make-Up nicht wahrgenommen haben wundert mich nicht. Ich glaube, das Make-Up zum Teil wirklich ein “von Frauen für Frauen” Ding ist. Frauen kennen sich mit den Beauty-Produkten meistens besser aus und vergleichen dann auch was für einen Lippenstift, Rouge oder Concealer eine andere Frau benutzt. Männer erkennen wirklich nur: “Mhm, irgendwas ist anders. Neue Frisur?” 😉
    Bevor ich mich mit der People-Photography beschäftigt habe, hatte ich auch gar keine Ahnung von Make-Up. Jetzt versuche ich mein Wissen in der Hinsicht immer etwas weiter zu entwickeln.

    Ich finde Challenges eine spannende Sache. (ich selber versuche mich gerade an der “Planking-Challange”, nehme das aber nicht so ernst. Ich weiß jetzt schon, das mir ab Tag 21 die Luft ausgehen wird 😉

    Viele Grüße
    Stephan

  2. Wie interessant! Ich muss sagen, dass ich recht locker zum Teil damit umgehen. In manches Situationen würde ich niemals ohne Make Up auftauchen, weil ich einfach null Kontur im Gesetz habe, mit hellen Augenbraunen und zudem auch noch sehr helle Wimpern. Aber mich stört es auch nicht, wenn ich mal ungeschminkt aus dem Haus gehe. 🙂

    Liebste Grüße
    Dorina // Adeline und Gustav

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