Kolumne, Lifestyle

Minimalismus Challenge: Keine E-Mails oder Social Media bis zum Mittagessen

Bevor ich im Rahmen der Minimalismus Challenge einen kompletten Tag offline verbringe,hatte ich mir vorgenommen, erst einmal die Hälfte der Zeit offline zu verbringen: Keine E-Mails und kein Social Media bis zum Mittagessen – so lautete die Aufgabe.

Mindestens 12 Stunden keine E-Mails und kein Social Media

Was in meiner Kindheit noch völlig normal war, ist in meinem Alltag mittlerweile fast ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Als jemand, der auch freiberuflich arbeitet, bin ich mehr oder weniger dazu verpflichtet, regelmäßig meine E-Mails zu checken, da die meisten Aufträge mich genau auf diesem Weg erreichen: Keine Mails beantworten können bedeutet auch keine Aufträge und damit kein Geld. Ich war also dazu gezwungen, meine Offlineexperimente auf einen freien Tag zu verlegen. An solchen freien Tagen fällt es mir nicht unbedingt schwer mein E-Mail Postfach einfach mal links liegen zu lassen, da ich relativ schnell festgestellt habe, dass man sich dringend benötigte Ruhe einfach nehmen muss. Sonst ist man viel zu schnell im bekannten Hamsterrad gefangen.

Social Media

Zwar habe ich mein E-Mail-Verhalten relativ gut unter Kontrolle, allerdings war ich sehr gespannt wie schwer (oder eben auch nicht) mir der Verzicht auf Social Media fallen würde. Mal eben schauen, ob man per WhatsApp eine neue Nachricht erhalten hat oder mal kurz bei Instagram reinschauen – das passiert mittlerweile so oft, dass man es schon fast gar nicht bewusst wahrnimmt. Ich war also gespannt, ob sich zwischendurch der Drang, auf das Handydisplay zu schauen, melden würde.

12 Stunden

Es war ein Sonntag, an dem das Handy für die erste Hälfte des Tages unbeachtet blieb. Um den letzten Tag des Wochenendes noch einmal so richtig auszukosten, war ich bei einer Freundin zum Brunch eingeladen. Eingeladen hatte sie – wie wahrscheinlich viele das tun – per WhatsApp-Gruppe. Da ich genau sein wollte, fiel auch WhatsApp unter Social Media und war daher die erste Hälfte des Tages tabu. Im Normalfall hätte ich vor meinem Aufbruch zum Brunch noch einmal schnell einen Blick in die Gruppennachrichten geworfen – für den Fall, dass noch etwas gebraucht wurde – im Normalfall, aber eben nicht heute.
Das Handy beim Brunch in der Tasche zu lassen fiel mir nicht weiter schwer, da ich mit vielen meiner Freunde die Meinung teile, dass das Handy bei einem persönlichen Treffen eigentlich nichts verloren hat und eine permanente Beschäftigung mit dem Gerät ziemlich unhöflich und nur dann in Ordnung ist, wenn es gute Gründe hierfür gibt. Das hatte zur Folge, dass nicht nur mein Handy den gesamten Brunch über keine Beachtung fand.
Der anschließende Spaziergang im Wald bot auch keine weitere Gelegenheit das Handy zu vermissen – frische Luft schnappen und mit zwei Freundinnen ganz in Ruhe quatschen und die Frühlingssonne genießen, da braucht es weder E-Mails, noch Social Media. Der plötzlich einsetzende Sturm beendete allerdings unseren gemütlichen Spaziergang. Wir wurden, trotz Schirm, pitschnass, schmissen unsere nassen Klamotten auf die Heizung, kochten Tee, hüllten uns in warme Decken und – da es tatsächlich schon Mittagszeit war – entschlossen uns dazu, etwas zu Essen zu bestellen. Dank Prospekt des Lieblingsitalieners und des guten alten Festnetztelefons ging auch das ganz ohne das Handy bemühen zu müssen. Das brauchte ich erst am späten Nachmittag wieder, um zu schauen, wann der Bus mich nach Hause bringen könnte.

Fazit

12 Stunden ohne E-Mails zu checken oder sich im Social Web zu bewegen? Kein Problem – erst recht nicht, wenn man den Tag mit Freunden verbringt. Als ich am späten Nachmittag zuhause wieder auf mein Handy schaute, empfingen mich zwar 14 ungelesene Nachrichten und noch ein paar weitere Push-Benachrichtigungen, die allerdings entweder völlig unwichtig waren (ich muss dringend ein paar Push-Benachrichtigungen abschalten!) oder aber Zeit hatten, sprich: Auch später beantwortet werden konnten. Für die 20 ungelesenen E-Mails, die am darauf folgenden Tag in mein Postfach flatterten, gilt das gleiche.
Wirklich verpasst habe ich also nichts. Im Gegenteil – ich habe mir sogar relativ viel Mist (xy hat etwas in Gruppe z gepostet) einfach erspart und konnte mich deshalb voll und ganz auf wichtigere Dinge konzentrieren.
 
Bildquelle: Gabriel Santiago via www.unsplash.com

2 thoughts on “Minimalismus Challenge: Keine E-Mails oder Social Media bis zum Mittagessen

  1. Sehr interessanter Beitrag. Mir fällt es momentan auch leicht, das Handy wegzulegen und mich nicht ständig auf Social Media Kanälen rumzutummeln. Ich teile auch deine Meinung, dass Social Media und das Handy bei persönlichen Treffen nichts verloren haben. Klar, mal schnell den Bus oder die Uhrzeit checken, ist in Ordnung. Aber wenn ich meine Freunde, die ich sowieso schon sehr selten sehe, treffe, möchte ich nicht ständig bei WhatsApp rumhängen oder auf Instagram surfen.

    Liebste Grüße
    Lisa

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