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Mädchenpost: Von Gitarren und roten Fingernägeln

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Instagram, ganze Blogs und Co zeigen es: Lange Fingernägel, die kunstvoll bemalt sind, sind absolut im Trend. Dumm nur, dass es in der Musik es eine “Regel” gibt, welche besagt: Wenn du Musik machst, werden deine Fingernägel in den meisten Fällen unweigerlich in Mitleidenschaft gezogen. Solche Nägel, die zugegebenermaßen sehr schön aussehen, wären für mich leider absolut undenkbar.

Verabschiede dich von der Länge

Super lang waren meine Nägel noch nie. Zum einen, weil ich mit langen Fingernägeln nicht umgehen könnte (ich wäre wohl nicht einmal mehr in der Lage Knöpfe zu schließen) und zum anderen, weil meine Nägel ab einer gewissen Länge schlicht und ergreifend nicht mehr mitspielen.
So war es für mich auch nicht weiter dramatisch meine Nägel für die Gitarre ein wenig mehr zu kürzen als ohnehin schon. Mein erster Klavierlehrer hatte sogar immer einen Nagelknipser in der Tasche, den er jedem, der mit zu langen Fingernägeln zum Unterricht kam, unmissverständlich auf die Tasten legte. Für einige Mädels war das nah an der Katastrophe.
Aber es ist eben so : Wer zu lange Fingernägel hat, kommt bei Gitarre und Co nicht vernünftig ans Griffbrett und hat auch mehr Probleme an der Klaviertastatur. Schlechte Voraussetzungen wenn man seine Sache gut machen möchte.

Der Lack ist schnell ab

Tatsächlich war ich eine der wenigen Mädels, die im Fachbereich Musik immer mal wieder ihre Nägel lackierten. Das liegt wohl auch daran, dass meine Mama mir schon als kleines Mädchen ab und zu die Fußnägel rot lackiert hat – so hatte ich schöne Füße und meine Mama konnte endlich in Ruhe putzen oder kochen (schließlich musste ich ja ausnahmsweise mal 5 Minuten ruhig sitzen bleiben und warten, bis der Lack trocken ist). Klassische Win-win-Situation 😉
Bei einer Klaviertastatur und beim Singen sind lackierte Fingernägel auch eher unproblematisch. Wer allerdings regelmäßig Stahlsaiten begegnet, hat nicht selten mit permanentem Lackschwund zu kämpfen. Da ist der Lack schnell ab. Also: Entweder permanent nachlackieren oder ganz weglassen.

Auch Männer sind betroffen

Wer jetzt allerdings denkt, dass es sich hier um ein rein weibliches Problem handelt, der irrt. Gerade diejenigen, die klassische Gitarre spielen, stehen vor der Frage: Aussehen oder Spielkomfort? Denn während die eine Hand im Idealfall raspelkurz geschnitten werden sollte, empfiehlt sich an diesem Instrument bei der anderen Hand genau das Gegenteil. Um die Saiten besser zupfen zu können, sind hier nämlich möglichst lange Nägel angesagt.
Generell ist es wohl optisch nicht sooo schön die Nägel an der einen Hand sehr kurz zu schneiden und an der anderen Hand möglichst lang wachsen zu lassen.
Solltet ihr also einmal einem Mann begegnen, dessen Nägel so aussehen: Das ist kein Freak, der nicht auf sein Aussehen achtet, der spielt sehr wahrscheinlich einfach nur ganz gut Gitarre.

8 thoughts on “Mädchenpost: Von Gitarren und roten Fingernägeln

  1. Ich finde solche gestellten Fotos immer ein wenig zum lachen, wenn man genau weiß, dass das so überhaupt nicht realistisch ist 😀
    Man muss sich halt für eines entscheiden 🙂

  2. Das war für ne Freundin von mir Grund nicht Gitarre zu lernen 😀
    Mein Freund sagt das seinen Schülern auch immer gleich als erstes dass sie die Nägel kürzen müssen. Klar schade wenn man sie gern länger trägt, aber ich denk für das Gitarre spielen nimmt man das doch gerne in Kauf! Und wenn man dann eben doch mal auf ne Hochzeit oder sonstwas muss und sie gerne länger hätte gibts ja immer noch die Aufklebvariante.
    Und ich muss auch zugeben, dass mir abgeplatzter Nagellack echt gefällt! Kommt auf die Fra an die es trägt, aber ich mags bei vielen wirklich sau arg. Ich weiß das klingt komisch 😀

  3. Tja – nun weiß ich, warum ich nie Gitarre spielen kann – es liegt an den Nägeln… 🙂

    etwas ernster – Du hast recht – irgendwann muss man/frau sich entscheiden, wobei ich wohl weniger auf die Farbe der Nägel achte, als auf die Musik an sich

    LG

    Maccabros

  4. Es stellt sich nur die frage ob die Mutti heute immer noch den Notfall Nagellack immer griffbereit hat…:-)
    Aber ich kenne auch Frauen die das mit den längeren Fingernägeln und musizieren irgendwie hingekommen. Ich weiß.nicht wie…aber es scheint zu gehen

  5. Ich habe es zwar nicht weit mit klassischer Gitarre gebracht,
    aber ich habe die Fingernagel-Mode (links kurz, rechts lang) auch eine Zeitlang getragen.
    Das ist eigendlich nie jemandem aufgefallen.
    Schöner Artikel 🙂
    Beste Grüße

  6. Niemals werde ich vergessen wie mein Lehrer, bei dem ich Gitarrenunterricht nahm, über meine Fingernägel schmunzelte. “Also die wirst du dir abschneiden müssen”, teilte er mir in der ersten Stunde mit. Als Teenager machte ich eine Grün-Phase durch – trug also gerne grüne Kleidungsstücke und lackierte mir die Nägel grün. Nichts Politisches, ich fand die Farbe einfach toll. Die Nägel waren daher kurz, aber lackiert. Mein Lehrer fand das dennoch jedes Mal amüsant. 🙂

  7. Es ist einfach immer wieder zum Grinsen. Solche Fotos sind einfach der Wahnsinn. Manche Leute glauben nämlich wirklich, dass Gitarre spielen mit langen Nägeln funktioniert.

    Dass der Lehrer einen Nagelzwicker mithat kenne ich übrigens auch. Erste Stunde, die Nägel waren ab. Aber man merkt sofort den Unterschied. Ich spiel seit ca. 12 Jahren Gitarre und ich merk’s immer wieder, wenn meine Nägel ein Stück länger werden – das kratzt am Griffbrett, was bei mir Gänsehaut verursacht. :’D

    Aber auch das mit dem Nagellack kann zum echten Problem werden. Spätestens dann, wenn man das Griffbrett oder die Seiten reinigen muss, weil es Rückstände von den kleinen Splittern, die abbröckeln, gibt – die muss man mal rausbekommen.

    Mittlerweile wachsen die Nägel meiner rechten Hand automatisch langsamer. Wahrscheinlich durch den intensiven Gitarrengebrauch. Ist auch immer wieder lustig, wenn es jemandem auffällt, obwohl man es selbst schon längst gewohnt ist 😉

    Und noch zum Schluss: insgesamt ein total toller Blog; und ich beneide dich darum, wie gut du Klavier spielst 🙂

    -Eden

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