Lifestyle Musikwelt

Kopierschutz: nicht nur nervig sondern auch unfair

Und zwar für denjenigen, der CDs und Co legal erwirbt!
IMG_5103Die CD einer nicht ganz unbekannten Band. Gekauft vor ein paar Jahren. Vergessen, Wiedergefunden und, um sie unterwegs vom IPod zu hören in das CD-Laufwerk des PCs geschoben…es tat sich: Nichts.

Ja liebe Musikindustrie wir haben es verstanden: Illegale Downloads und Co machen euch die Einnahmen kaputt und ja: Der illegale Download von Musik betrügt eben nicht zuletzt auch die Künstler um den gerechten Lohn für ihre Arbeit. Unumstritten.
Aber ist das tatsächlich ein Grund ausgerechnet diejenigen zu bestrafen, die brav das Geld für die Wunschcd abgedrückt haben? Super Idee!
Um dem immer größer werdenden Problem der illegalen Downloads Herr zu werden, haben sich bereits vor einigen Jahren findige Menschen das sog. DRM einfallen lassen. DRM ist die Kurzform von Digital Rights Management und bezeichnet ein Verfahren, welches die Nutzung und Verbreitung digitaler Medien kontrollieren soll. Sprich: Kopierschutz.
Haken Nr. 1: In der Praxis bedeutet das, dass ich durch gewisse technische Maßnahmen daran gehindert werde, das digitale Medium zu vervielfältigen und auf anderen Datenträgern abzuspeichern. Heißt also im Klartext: der Kopierschutz verhindert, dass ich die Daten meiner (!) CD beispielsweise in MP3s umwandeln und auf meinen IPod packen kann. Blöd, dass mein Discman bereits seit Jahren nicht mehr existiert.

Dürfen die das?
Selbstverständlich. Laut § 95a des Urheberrechtsgesetzes sind technische Schutzmaßnahmen, die mich an der Vervielfältigung eines urheberrechtlich geschützten Werkes hindern, erlaubt.
Haken Nr. 2: Sollte ich die (durchaus korrekte) Meinung vertreten, dass sich nahezu jeder Kopierschutz auch irgendwie umgehen lassen sollte und ihn daher mit dem passenden Programm umgehen, handle ich selbstverständlich illegal. Ohne den Rechteinhaber zu fragen, darf man selbstverständlich den Kopierschutz nicht einfach umgehen.
Allerdings muss ich doch als Käufer der CD irgendwelche Rechte haben. Es kann ja nicht sein, dass ich eine CD kaufe und die nicht auf jedem Abspielgerät meiner Wahl hören kann?!?
Auch hierfür hat der Gesetzgeber eine Lösung gefunden. Eine sog. Schrankenbestimmung stimmt mir zu und besagt, dass eine umfangreiche private Nutzung selbstverständlich erlaubt ist und der Rechteinhaber auch die nötigen Mittel hierfür zur Verfügung zu stellen hat. Klingt gut, ist aber in der Praxis kompliziert.

Haken Nr. 3: Es hat also rein theoretisch niemand was dagegen, wenn ich meine gekaufte CD auch vom PC aus oder unterwegs hören möchte. Trotzdem ist aber der Kopierschutz drauf. Einfach umgehen darf ich ihn nicht, allerdings müssen mir für den Privatgebrauch gewisse Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wie denn? Ja! Tatsächlich müsste ich den Rechteinhaber fragen.
Sprich: Der Plattenfirma sagen, dass ich privat meine CD auch vom PC aus hören möchte und sie mir bitte den Kopierschutz wegmachen sollen. Auf den Versuch bin ich gespannt. Es wäre auch interessant zu beobachten was passieren würde, wenn tatsächlich jeder, der vom DRM betroffen ist, das einmal machen würde.

Haken Nr.4: Das ist zwar der legale Weg, allerdings auch offensichtlich ein unfassbar aufwändiger und zwar für denjenigen, der die CD ganz legal von seinem Geld gekauft hat. Sprich: Der Käufer wird durch einen Kopierschutz für seine Ehrlichkeit auch noch bestraft – und zwar durch ein Medium, das er nicht so nutzen kann wie er es möchte.

Es geht auch anders!
Die Ärzte und einige andere Bands machen es vor: Statt ihre Fans für den Kauf der CD durch bekloppte technische Maßnahmen zu bestrafen, setzen sie auf eine Belohnung der Käufer. Beispielsweise in Form eines Downloadcodes für bestimmte Bonustracks, gratis Spiele,…
Für mich der eindeutig sinnvollere und richtige Weg, um illegale Downloads zu verhindern. Diejenigen bestrafen, die sich korrekt verhalten, ist jedenfalls keine Lösung.

Ps: Das Los hat entschieden. Die Gewinnerin meines Gewinnspiels ist die liebe queenofnerds. Das Päckchen ging gestern raus. Wünsche viel Spaß damit.

7 thoughts on “Kopierschutz: nicht nur nervig sondern auch unfair”

  1. Tja, so eine ENTZÜCKENDE CD nenne ich auch noch mein Eigen – Deinem Text ist nichts hinzuzufügen – sehe ich auch so.

    Ach ja – meinen Glückwunsch der Gewinnerin…

    LG

    Maccabros

  2. Wahre Worte Liebes!
    Ich bin da recht unterschiedlich unterwegs. Ab und zu kauf ich die normalen CDs im Handel wie bei Volbeat, Casper und Kraftklub. Bei Zebrahead, Deichkind und Rise Against hab ich dagegen zu Musicload gegriffen. Da ist aber wieder das Problem, dass ich das mit meinem Brenner nicht brennen kann und es jedes mal bei der Chefin am Rechner brennen muss 🙁
    Bei den gekauften hab ich immer das Problem, dass ich die CD am Ende sowohl gerne im Auto hätte, als auch in der Wohnung. Und ich keine Lust hab jeden Morgen dran zu denken, die jeweilige CD rauszusuchen und mit ins Auto zu schleifen. Außerdem liegt mein Kopf um die Zeit noch im Bett ^^ Ich finde heutzutage gibt es soooo viele technische Fortschritte, dass auch da mal was gehen sollte. Es ist doch heute wirklich fast alles machbar! Wieso also nicht einen Code mit in die gekaufte CD einbringen wo man besipielsweise jede Aktion einmal machen kann. Sei es kopieren oder umwandeln oder sonstwas? Ich mein wenn ich eine CD bei Musicload runterlad kann ich die ja auch x mal brennen…. ich seh da einfach nicht so den sinn dahinter!

  3. Ich kaufe eigentlich nie CDs, da ich mittlerweile sowohl Mobil als auch mit dem Laptop immer Spotify nutze.. Auch bei Filme und Serien mag ich solche Flatrates wie beispielsweise Watchever viel lieber, da man einfach ein größeres Angebot hat 🙂

  4. Hat dies auf Marsis Welt rebloggt und kommentierte:
    Das habe ich wie sicher viele andere auch schon oft erlebt, und deswegen weigere ich mich mittlerweile strikt, CDs mit Kopierschutz zu kaufen. Entweder per iTunes oder Amazon-Download, oder eben nicht. Dann merkt die Industrie, dass Musik Hörer braucht und keine Gesetze!

  5. Von dem CD Kopierschutz halte ich auch nicht viel.
    Zu dem Ärzte Beispiel muss man aber sagen, das die Ärzte als hervorragende Live Band bekannt sind. Durch ihre (seit Jahren) ausverkauften Konzerte sind sie nicht auf CD Verkäufe angewiesen. Deswegen haben sie die Möglichkeit “frei” von den Zwängen der großen bösen Plattenindustrie zu handeln. Soweit ich weiß produzieren sie Ihre Tonträger seit einigen Jahren nur über ihre eigene Firma.

  6. Grundsätzlich hast du völlig recht. Ich will ja auch nicht beim Bäcker n Brot kaufen im Bewusstsein, dass ich es zu Hause nicht essen kann…schräger Vergleich, aber so habe ich es mir immer zusammengeschmiedet 🙂
    Allerdings war es früher und ist es nach wie vor möglich DRM geschützte CD´s natürlich als Eigenkopie z.b. auf dem Rechner zu übertragen. Ich weiß nicht wie restriktiv Apple und itunes heute noch sind….(?)
    Aber am PC kann man mit bordeigenen Mitteln legale Kopien anfertigen. Es wird dann der Kopierschutz mitgelesen und nicht (illegal) ausgehebelt.
    Probleme gibt es allerdings wenn das System neu installiert wird, dann wird das DRM neu ausgelesen und die “Lizenz” stimmt dann nicht mehr mit den alten Musik Daten auf dem PC überein..sinnvollerweise hat man dann aber vorher schon ne MP3 CD erstellt!

    So sind meine Erfahrungen, wie ich es erinnere…Heute habe ich solche Props aber nicht mehr 🙂
    E.

  7. Ich seh das nicht so dramatisch. Leute, es gibt nur eine Sorte von Dingen auf der Welt, die man einfach so kopieren kann: Dateien. Aus dieser theoretischen Kopierbarkeit ein “Menschrecht” zu machen ist übertrieben. Was würde denn der Bäcker sagen, wenn man sich seine gekauften Brötchen einfach so “kopieren” würde. Oder fragt man, wenn man sich eine Beule ins Auto fährt: “Diese bekloppten Autohersteller, wieso bringen die es nicht fertig, dass ich mir vor der Fahrt eine Kopie in die Garage stellen kann?” Wohl eher selten. Und das Beispiel mit den Ärzten hinkt. Die sagen doch nur, hey was sollen wir noch mit der Kohle. Wir haben genug. Die Leute sollen einfach nur gern unsere Musik hören. Und wie mein Vorkommentator schreibt: irgendwie kriegt man es ja doch hin, man muss sich da eben mal einfach etwas mehr Mühe geben. Im Copyshop bezahlst du doch auch wenigstens das Papier, oder?

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