Kolumne

Geld für Kultur?

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Das liebe Geld ist wohl bei den meisten Menschen ehr Mangelware. In der Regel hat man davon eher zu wenig als zu viel. Da ist auch unser lieber Staat keine Ausnahme.
Viele kulturelle Einrichtungen wie Museen, Theater oder Opern haben immer weniger öffentliche Gelder zur Verfügung und stehen deshalb häufig vor einem großen Problem – und sparen.

Was ist uns Kultur wert?

Kulturelle Einrichtungen sowie die dazugehörige Forschung kann sich in der Regel nicht von selbst finanzieren. Um ein gewisses Niveau erreichen und erhalten zu können, brauchen solche Einrichtungen Geld – Geld vom Staat.
“Ganz ehrlich? Wer geht denn heute noch ins Museum? Und wenn ich höre, dass auch hier noch immer Kinder hungern, dann finde ich das wirklich wichtiger als ein paar komische, verstaubte Bücher.” – sagte einmal eine Kommilitonin.
Und ja, es gibt wichtigere Dinge als ein gut eingerichtetes Museum, eine schöne Oper oder eine nette Theateraufführung. An diesen wichtigen Dingen wie Bildung oder Bekämpfung von Armut kann und darf auch nicht gespart werden. Im Gegenteil. Aber:
 
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Wir sollten damit aufhören kulturelle Einrichtungen als Wirtschaftsunternehmen zu betrachten

Denn das sind sie nicht und werden sie auch niemals sein. Kulturelle sowie soziale Einrichtungen sind mit Wirtschaftsunternehmen nicht gleichzusetzen. Ihr Wert misst sich nicht an ihrem wirtschaftlichen Erfolg.

Ein kleines Beispiel:

Ein Theater besitzt ein Kinderprogramm: Hier können sich Kinder gegen eine kleine Gebühr zu einem Workshop anmelden, bei dem sie etwas lernen und am Schluss sogar ein kleines Stück aufführen können.
Das Problem: So ein Workshop braucht in erster Linie Personal, welches die Kinder betreut und ihnen etwas beibringt – diese Menschen möchten selbstverständlich bezahlt werden. Zusätzlich fallen noch
Kosten für Kostüme, Requisiten, Räumlichkeiten,…an: Eine Summe, die durch die Teilnahmegebühr nicht gedeckt wird.
Was also tun?
Ein Wirtschaftsunternehmen hätte nun 2 Möglichkeiten:

  1. Die Teilnahmegebühr erhöhen:
  2. Das würde bedeuten, dass sich nicht mehr alle Kinder, die Lust auf so ein Theaterprojekt haben, auch am Workshop teilnehmen könnten. Das würde Kindern aus reicheren Elternhäusern vorbehalten bleiben. Die Zwei-Klaasen-Gesellschaft lässt grüßen.

  3. Den Workshop aus der Angebotsliste streichen:
  4. Das Geld wäre gespart und die Kinder müssten sich eben anderweitig beschäftigen.
     
    Das kann es doch nicht sein! Erst recht nicht in einem Land, dem es doch eigentlich ganz gut geht.

3 thoughts on “Geld für Kultur?

  1. Vielleicht hat es ja mit dem Prinzip der Eliten Förderung zu tun?
    Vielleicht ist es einfacher und finanziell günstiger sich um die kleinere Gruppe der bildungsnahen zu kümmern, anstatt die grosse Gruppe der bildungsfernen und ärmeren zu subventionieren ?
    Es gibt doch bereits eine Klassen Gesellschaft!

    Oder hast du schon mal Eltern aus bildungsfernen schichten im elternrat der schule erlebt? Es sind die “Eliten ” die sich engagieren und interessengesteuert handeln… Die eine Stimme haben und denen es egal sein kann, ob sich andere Kultur leisten können oder nicht…

    Liebste grüße

    e.

  2. Unbestritten ist, dass auch Kultur nicht umsonst sein kann, aber ich sehe es auch so, dass ich es nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen gleich setzen kann.

    Führe eine öffentliche Bücherei /Bibliothek nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und das einmalige Ausleihen kosten 5 – 10 € = Wissen und Kultur bleiben unbezahlbar…

    LG

    Maccabros

    Fotos?Ich wiederhole mich gerne – Du bist fotogen… und die Bilder an sich sind toll 🙂 !

  3. Das Kulturelle Einrichtungen oft mit Geldproblemen zu kämpfen haben ist ein traurige Realität. Die Denkweise “Kultur als Unternehmen” zu betrachten gefällt mir auch nicht. Aber auch Kulturfreunde haben mit Geldproblemen zu kämpfen. Das ist mir bei einem Konzertbesuch aufgefallen.
    Es gibt in Berln ein Projekte, bei dem in einer Fluegel Reperatur Werkstadt klassische Konzerte veranstaltet werden (u.A. auch von international renomierten Musikern hier ein Link: http://www.konzertfluegel.com/N_konzerte.html). Der Besuch ist auf “Spendenbasis” man wird am ende aufgefordert eine Spende nicht unter 20€ abzugeben. Kurz vor Ende der Veranstalltung haben einge Musikfreunde unauffällig das Konzert verlassen um den “Austritt” zu sparen. Insgesammt ein nettes Projekt aber das hat natürlich keine Allgemeingültigkeit. Beste Grüße

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