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Die Oper – Kultur auch für junge Leute?!?

Im letzten Monat stand ein Opernbesuch an. Es ist kein Geheimnis, dass die Oper mit stetig sinkenden Besucherzahlen und Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat. Ist das berechtigt? Oder hat die Oper einfach nur ein zu schlechtes Image?

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Warum geht die überhaupt mit 22 in die Oper?

Zugegeben. So ganz freiwillig war der Besuch nicht. Normalerweise verbringe ich meine Wochenenden statt mit so hochgelobter Kultur dann doch eher woanders.

Allerdings sollte man sich gerade als Musikstudent ein wenig dazu verpflichtet fühlen auch einmal anderen Musikstilen eine Chance zu geben und sich etwas zu öffnen.

So kam es also, dass ich im Rahmen eines Seminars auch eine Opernkarte zum Studententarif erhielt.

Das Outfit

Es stellte sich also die Frage: was ziehe ich an?

Die Zeiten in denen man eine Oper nur in Abendkleid oder Anzug betreten konnte sind definitiv vorbei. Jeans in Kombination mit Bluse, Blazer und Co sind heute absolut in Ordnung.

Generell gilt: man geht so wie man sich wohl fühlt – gern auch etwas schicker, allerdings ist das nicht unbedingt notwendig.

Die Location

An sich war vor allem das Innere der Oper sehr schön anzusehen. Man merkte: es wird aktuell viel getan, um das Image der Oper abzustauben.

(Allerdings sollte man sich gut merken wo genau man seine Jacke abgegeben hat, da die Räumlichkeiten trotz verschiedenfarbiger Treppen doch einiges Verlaufspotenzial bieten)

Ein klarer Minuspunkt waren die Sitzplätze. Es galt die Regel: wer klein ist, ist ausnahmsweise absolut im Vorteil – denn ab einer Körpergröße von ca. 1,60m sah man sich vor einem großen Problem: wohin mit den Beinen? Ein Mangel, der einem nach einem dreistündigen Aufenthalt wirklich zu schaffen macht.

Das Stück

Wir waren in Der Barbier von Sevilla von Rossini. Ich muss zugeben: der Anfang war unerwartet erstaunlich gut. Die Darsteller haben gut gesungen und ihre Rollen überzeugend gespielt. Darüber hinaus hatte die Inszenierung einen leicht modernen Touch und beinhaltete viel Humor, was die knapp 200 Jahre alte Handlung ein wenig in die heutige Zeit beförderte. Aufgrund des Librettos waren in der gesamten Oper nur 2 Frauenstimmen zu hören, was ich persönlich als absolut angenehm empfand, da zu viele Soprane (gleichzeitig) irgendwann ein leichtes Klingeln in meinen Ohren hervorrufen.

Nach der ersten Stunde begann das Stück sich jedoch ein wenig zu ziehen – es wird dann doch ein wenig anstrengend wenn zu ein und demselben Sachverhalt nahezu jede der vier Hauptpersonen noch eine Arie zum Besten geben muss. Dementsprechend froh war ich als endlich eine Pause kam.

Die zweite Hälfte gestaltete sich gefühlt kürzer als die erste. Nach 3 Stunden war alles vorbei und ich zwar geschafft, aber dennoch insgesamt positiv überrascht.

An dieser Stelle sei also vermerkt: die Offenheit für die etwas andere Abendgestaltung hatte sich in gewisser Weise gelohnt. Zwar werde ich nach wie vor nicht wöchentlich meine Abende in der Oper verbringen, allerdings kann man sich ein wenig Opernkultur durchaus auch als Person in den 20ern einmal anhören, wenn sich denn die Gelegenheit dazu bietet.

9 thoughts on “Die Oper – Kultur auch für junge Leute?!?”

  1. danke für den post.
    ich gehe sehr gern in die oper weil ich auch gern klassische musik höre. ist mir egal dass ich dadurch oft uncool bin.
    ich finde man sollte sich wenigstens erstmal mit was beschäftigen bevor man darüber urteilt.

  2. Erst einmal: Sehr schöne neue Aufmachung!! Das Titelbild gefällt mir!!!
    Jetzt zum Post:
    Ich kann mich meinem Vorredner und dir nur anschließen! Es ist definitiv eine Bereicherung in die Oper zu gehen (auch wenn ich das nicht jedes Wochenende brauche 😉 )! Ein Opernbesuch ist einfach immer mal wieder etwas anderes und besonderes!

  3. Alsoooo, ich find das sehr cool!
    Ich mag so Sachen sehr gerne, sei es Theater, Ballett, Oper, Musicals.
    Ich find sowas sehr interessant und finds auch toll, wenns junge Leute machen!
    Traurig find ich allerdings gerade die Tatsache, dass man da heutzutage in Jeans hingeht. Ich war da auch bei Tanz der Vampire und beim Ballett echt enttäuscht. Meine Eltern haben solche spässe schon sehr früh mit uns gemacht und beim ersten Starlight Express vor 20 Jahren waren alle total aufgebrezelt! Es war etwas besonderes, wofür man sich schick gemacht hat und irgendwie hat es dieses Flair verloren 🙁
    Aber gut, 3 Stunden sind dann doch ganz schön lang, da kann ichs durchaus verstehen, dass sich sowas zieht. Aber ich finds cool, dass du mit bist. Mal was andres halt!

  4. Zwei Dinge fallen mir ein.
    Erstens, dass Opern, so wie Sport, Theater, Film und andere Darbietungen, Stars brauchen. Anna Netrebko ist so jemand und scheint auch junge Leute in die Oper zu locken. Das ist gut für die Branche.
    Und zweitens, dass man die Texte versteht oder nahezu auswendig kann. Dann klappt es auch mit Hörgenuss. Es funktioniert nicht, wenn im Radio Popmusik gespielt wird und die Zuhörer verstehen nach neun Jahren Englischunterricht den Sinn des Liedes nicht.
    C.H.

  5. Sehr gut zu wissen 😀 ich war in Musicals und Theaterstücken aber nie in einer ” richtigen ” Oper. Ich glaube dadurch, dass die Musik so gut wie nie in der heutigen Medienwelt vorkommt, sind wir neuzeitlichen Menschen solche Klänge einfach nicht gewohnt. Aber wer weiß, Neuauflagen wie Adoro erfreuen sich ja einer großen und sogar vielschichtigen Fanbase. Mit ein bisschen neuem Anstrich ( wie schon erwähnt haha ) und einem gutem Marketingplan, findet sich bald auch die Generation U20 wieder vielleicht dort ein.

  6. Hey,
    schöner Post. Ich für meinen Teil gehe öfter mal in die Oper und liebe es. Man sieht dort generell mehr ältere Leute, die die Oper besuchen, jüngeres Publikum ist dort wirklich eine Seltenheit. Trotzdem denke ich es ist keine Frage des Alters, sondern des Geschmacks. Zum Outfit, ich finde es ist eine besonderer Vernastaltung und dort darf es dann auch etwas mehr sein.

    Grüßchen

    PS Ich werde mir übrigens im April auch Der Barbier von Sevilla ansehen, ich freue mich schon.

  7. Das Tragen von Jeans passt meiner Meinung nach nicht zu der Eleganz einer Opernaufführung. Zumindest in Essen und Duisburg sind die Abstände zwischen den Sitzreihen auch für größer gewachsene Menschen breit genug.
    Mit 28 bin ich gerade auf den Geschmack gekommen und war jetzt in den Herbstferien meine ersten beiden Male in der Oper und ich bereue nur, dass ich damit nicht schon viel früher angefangen habe. Bereits nach meinem ersten Besuch wurde mir klar, dass ich fortan so oft wie möglich Opernvorstellungen beiwohnen werde.
    Meiner Ansicht nach wissen die allermeisten jüngeren Leute gar nicht, was es mit einem Opernbesuch überhaupt auf sich hat, denn ihnen fehlen die Menschen in ihrer Umgebung, welche zu einem Opernbesuch anregen, einen Besuch ermöglichen und die jüngeren Menschen in der Reflexion der gewonnenen Wahrnehmungen, Gefühle und Eindrücke unterstützen. Auch den Massenmedien stünde es gut, wenn sie jungen Leuten entsprechende Zugänge zu mit einem Opernbesuch verbundene Kunst- und Kulturerfahrungen erleichtern würden.

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