Kolumne

Der eigene Stil

“Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen.” (Isaac Stern)

Bei der Musik ist es so wie überall im Leben: Es gibt immer jemanden, der besser ist als man selbst. Der länger geübt und dadurch eine bessere Technik hat. Was allerdings häufig vergessen wird: Technik ist nicht alles.
Eine unter Sängern relativ bekannte Regel lautet: Wenn du dich nicht blamieren möchtest, cover keinen Song von Amy Winehouse Auch wenn ich nicht unbedingt viel von solchen Regeln halte: Häufig gehen Valerie, Rehab und Co tatsächlich baden. Nicht, weil technisch schlecht gesungen wurde, sondern vielmehr, weil häufig versucht wird das Original so gut es geht zu kopieren. Bei so unfassbar guten Sängern wie Amy ein nahezu unerreichbares Ziel.

Weltstars wie Amy Winehouse sind allerdings nicht allein durch eine tolle Klangfarbe gepaart mit hervorragender Technik so berühmt geworden. Sie verdanken ihren Ruhm auch der Tatsache, dass sie einzigartig sind, ihren eigenen Stil haben.
Stil kann man nicht kaufen. In der Mode nicht und auch in der Musik nicht. Hier geht es darum sich nicht nur in ein Stück hineinzuversetzen, sondern auch einen Teil von sich selbst beizutragen. Etwas von sich preiszugeben und seine Persönlichkeit einfließen zu lassen. Dem Zuhörer eine Geschichte zu erzählen.

In unserem Alltag versuchen wir häufig unsere Persönlichkeit zu unterstreichen. Unseren ganz eigenen Stil zu finden, der zu uns passt. Warum sollten wir dann beim Musikmachen krampfhaft versuchen jemand anders zu sein?

11 thoughts on “Der eigene Stil”

  1. Du sprichst mir halt schon wieder aus der Seele meine Liebe!
    Am Ende sind Musik und Mode wohl die besten Beispiele dafür. Und in beiden Fällen hast du es ja sehr gut getroffen! Mir fällt es natürlich wieder besonders bei der Mode auf. Ich denke jeder hat schonmal die Erfahrung gemacht, dass man irgendwo was gesehen hat. Hat es am Ende fast 1:1 so anprobiert und an einem selbst sah es einfach nur lächerlich aus. Es gibt Menschen, die wollen das dann einfach nicht einsehen (ich kenn tatsächlich welche) und es gibt Menschen, die dann ehrlich zu sich sind und verstehen, dass es eigentlich gar nicht ihr Stil ist. Inspiration ist das eine … kopieren das andere. Aus Inspirationen sein eigenes Ding zu machen ist was wundervolles. Und manchmal hat das Endergebnis mit der Inspiration gar nichts mehr zu tun. Sie diente lediglich dem Weg zum Ergebnis.

  2. Wenn jemand nur mechanisch irgendwelche Noten runterrattert, geht das gar nicht. Merkt jeder Zushauer direkt
    Lg Tatjana

  3. Da hast Du wohl Recht – es ist normal, dass man/frau anfangs seinen Vorbildern versucht nachzueifern, aber letztendlich kommt es auf DICH selber an, das was Du kannst, wie DU Dich gibst, wie DU bist – egal ob es in der Musik oder in der Dichtung sei…

    LG

    Maccabros

  4. Schön geschrieben – meine Gesangslehrerin wollte auch mal, dass ich “wie sie” singe. Was nicht möglich war, sie mir aber ein ums andere Mal als To Do auferlegt hat. ich hab damals die gute Entscheidung getroffen, bei meiner Stimme und Stimmfärbung zu bleiben – und hab es nie bereut. Nachmachen ist meist eine eher schlechte Imitation, die eigene Stimme, die eigene Musik zu machen, das begeistert die Zuhörer. Toller Blog übrigens, freu mich darauf, häufiger hier mizulesen. Liebe Grüße von Doris

  5. Hallo meine liebe Tina, nach eine kleinen kreativen Pause ist mein Blog wieder online! Ich habe ja schon angekündigt, das ich gerade eine sehr coole Aktion plane, bei der ich dich, liebe Tina sehr gerne dabei hätte:
    Karstadt Düsseldorf läd mich und meine Leser zu einem exklusiven Blogger Event ein. Wir dürfen einen Blick hinter die Kulissen und auf die neuen Kollektionen werfen und werden danach mit leckerem Essen versorgt.
    Ich würde mich riesig freuen, wenn du dabei bist, und wir uns endlich persönlich kennenlernen.
    Alle Infos findest du auf meinem neuen Blog:

    http://fromhearttoheel.com/2014/01/19/fashion/karstadt-blogger-event/

    Alles Liebe deine Lara

  6. Hallo,
    ich teile deine Meinung. Ich kenne sehr gute Musiker und Produzenten die gar keine Noten lesen koennen. Ist auch nicht wirklich zwingend noetig. Da man seine eigene Musik macht. Das was macht wirklich braucht ist ein Gefuehl fuer den Klang und Taktgefuehl.
    Musik ist fuer mich etwas das aus der Seele kommt. Deswegen finde ich es auch nicht besonders Stark wenn man Coversaenger ist. Obwohl es natuerlich gute Saenger gibt. Trotzdem ist es fuer mich ein riesen unterschied ob jemand aus seiner Seele singt und dies fuehlt und erlebt. Dazu den Text verfasst evtl. Kommponiert.Oder ob er einen Song auswendig herunter singt. Dafuer Arbeiten die Musiker mit ihrer eigenen Musik viel zu hart.
    Gruss an alle Real Heads
    creativpoet

  7. schöner Beitrag, die Frage des Stils ist etwas, was mich persönlich momenten sehr beschäftigt und wo ich vor kurzem ein “Aha!”-Erlebnis hatte… ich werde dazu noch intensiver auf meinem Blog eingehen. Danke für diese Anregung hier!

  8. Fraglich warum ich den Post erst jetzt sehe O_o Und erst mal: ich finde das Bild super schön!!
    Das gleiche “Problem” gibt es zum Beispiel auch bei Queen bzw. Freddie Mercury. Meiner Meinung nach kann einfach niemand sonst diese Stimmlagen, diese Schlenker und diese Power, die Freddie hatte so rüberbringen und schon gar nicht eins zu eins kopieren. Die meisten versuchen das aber, wie du schon sagst.
    Generell finde ich es auch einfach viel schöner und unterhaltsamer, wenn man etwas eigenes draus macht. Ist das nicht auch ein Anzeichen für einen “guten” Musiker? Seine eigene Kreativität schaffen!?
    Die Jungs fand ich zum Beispiel klasse mit ihrer Acapella-Version! (Und einer der Herren ist nicht mal schlecht anzusehen :-D) http://www.youtube.com/watch?v=8QnFceKk0xc

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