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Brotlose Kunst

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In der Musik gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder man verdient unheimlich viel oder fast nichts.

Tatsächlich traurige Realität in einem Land, in dem Kultur zwar geschätzt, aber eben nicht mehr angemessen bezahlt wird. Laut ver.di lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines Musikers im vergangenen Jahr bei unfassbaren 12.400€. Relativ frustrierend wenn man bedenkt, dass ein Musiker bereits als Kind stundenlang geübt, einige Jahre studiert und viel Geld in seine Aus- und Weiterbildung investiert hat. Von Engagements als freier Musiker können trotz hoher Qualifikation nur die wenigsten leben und ihre Familie ernähren. Auftritte werden nur mit geringen Summen entlohnt – bei gleichbleibenden Kosten wie Anfahrt, Equipment und Co; trotz Arbeitszeiten, an denen andere meist frei haben. Musik wird als Leistung immer geringer geschätzt und – wie ich hier bereits darlegte – meiner Meinung nach allzu oft falsch bewertet.
Im Lehrberuf sieht es nicht besser aus: Sowohl für Musikschullehrer als auch für Dozenten an Hochschulen gibt es immer weniger Festanstellungen. Die Arbeit wird immer häufiger von Honorarkräften erledigt, die stundenweise bezahlt werden und damit günstiger sind.

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Nahezu jeder hört gerne Musik. Aber auch die hat eben ihren Preis. Es dürfte allen in der Musikbranche bewusst sein, dass die Verdienstmöglichkeiten hier diplomatisch ausgedrückt bescheiden aussehen. Trotzdem entscheiden sich noch viele dennoch für ein Musikstudium. Vielleicht eben auch weil sie die Hoffnung nicht aufgeben wollen, dass irgendwann wieder gute Arbeit fair bezahlt wird. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger.

9 thoughts on “Brotlose Kunst

  1. Ja, auch die Lyrik ist eine brotlose Kunst und doch liest sie fast jeder gern, aber leben davon kann man(n) leider nicht.
    Ich weiß nicht, woher es kommt, dass Musik oder Lyrik geschätzt werden, aber beides selten entsprechend entloht wird – ungerechte Welt…

    Darüber hinaus : Bilder und ACDC? Daumen hoch…!

  2. Du hast den Punkt richtig erkannt. Auch der BVMI Person von Dieter gorny bemängelt das seit Jahren dass Musik als Kulturgut verramscht und entwertet wird. Auf der anderen Seite hat ein Musiker heute in multimedialen virtuellen Distributions Welten unheimlich viele Wege und Möglichkeiten sich auszudrücken und sich ein Publikum zu schaffen. Und du weißt es ja selber dass auch in der Klassik irrsinnig viel Geld verdient wird….wie so oft aber nur von wenigen.

    Kultur ist immer auch Idealismus.

  3. Das die Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen schlechter werden und das Wort Festanstellungen wohl auf lange Sicht zum Fremdwort werden wird ist eine traurige Wahrheit..

    In Künstlerischen Berufen ist die “Ungerechtigkeit” wegen dem Missverhältnis von Handwerklichen musikalischem können dem Geld was damit verdient wird sicherlich sehr groß.

    Es geht vielen Künstlern so! Mich tröstet immer das Van Gogh zu Lebzeiten kaum Bilder verkauft hat (und er hat trotzdem nicht aufgehört zu zeichnen 😉

  4. Wirklich sehr schade, dass das so wenig gewertschätzt wird! Und dann bekommt man schon wenig und es wird trotzdem immer noch versucht weiter zu drücken. Das find ich echt schade. Bei meinem Exfreund haben sie es mit einem Hut gelöst. Die haben da ihr regemläßigen Auftritte gehabt in na Bar. Sind auch serh beliebt dort und es ist dann echt gut gefüllt an den Tagen. Eintritt wird keiner gezahlt, dafür bekommen sie einen festgelegten Betrag vom Besitzer, dazu Essen udn Trinken und durfen dann den Hut rumgehn lassen. Die Einnahmen aus dem Hut gehören dann der Band. Find das ganz cool und es kommt auch echt immer gut an! Waren auch einige Erwachsene dabei, die dann echt mal nen 10er oder so reingeschmissen haben. Jüngere machen sowas ja eher nicht. Ist wohl die einzige Lösung, aber das ist eben leider auch nicht bei jedem Auftritt möglich. Je nachdem wo man eben gebucht wird bzw für was man spielt.
    Ich wünsch dir ein wunderschönes Wochenende du Hübsche!

  5. “Brotlose Kunst” gibt die Gedankenrichtung vor. Schauspielern wird immer geraten, dass sie einen bürgerlichen Beruf erlernen sollen, damit sie ein Standbein haben. Den Musikern geht es ebenso. Ihre Chancen sind allerdings ungleich höher, da sie auf privat organisierten Festen engagiert werden können.
    Nicht wenige Musiker spielen gleich in mehreren Kapellen mit. So haben sie die Chance ständig irgendwo aufspielen zu können. Die Chancen nach dem Musikstudium in einem Rundfunk- oder Sinfonieorchester angestellt zu werden, sind wohl nicht besonders hoch.
    Die Ausbildung zum Pädagogen mit einem oder zwei Fächern neben der Musik bietet wohl die größten Chancen, als Lehrer an einem Gymnasium oder sonstigen allgemeinen Schule beschäftigt zu werden.
    Leider ist das immer noch, wie zu Zeiten der Bänkelsänger.

  6. Ich habe einen Freund, der neben seiner Musik (super große Liebe) noch nebenbei viel arbeiten muss, um sein Leben und seine Band finanzieren zu können. Nach knapp 20 jahren hat er seinen Traum noch immer nicht aufgegeben und macht unbeirrt weiter. das ist wohl die leidenschaft, die ihn antreibt und das bewundere ich sehr.

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