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5 Dinge, die man als Selbstständiger schnell lernt

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Wer im kreativen Bereich arbeitet, ist nicht selten (zumindest teilweise) selbstständig. Das hat den großen Vorteil, dass man seine Zeit völlig frei und flexibel einteilen und sich auch ein Stück weit aussuchen kann, mit wem man zusammenarbeiten möchte und mit wem nicht.
Die Schattenseiten der ganzen Sache bestehen natürlich darin, dass man, sobald man sein eigener Chef ist, auch alles selbst machen (sofern man sich – noch – keine Hilfe leisten kann) und vor allem für alles gerade stehen muss.

Als ich angefangen habe als Selbstständige zu arbeiten, war ich noch relativ jung und unerfahren. Dementsprechend hart und schnell musste ich lernen, dass die am Anfang so goldene Selbstständigkeit absolut ihre Tücken hat. Nicht nur, weil man sich wirklich alles selbst erarbeiten und aufbauen muss, sondern vor allem auch, weil man an jede Menge schwarze Schafe geraten kann.
Daher hier 5 Dinge, die ich in meiner Anfangszeit am schnellsten habe lernen müssen:
 
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  1. Präsentiere dich richtig

  2. Das bedeutet vor allem, dass man sicher und mit einem gesunden Selbstbewusstsein auftreten sollte. Mit falscher Bescheidenheit und großer Unsicherheit, die man schon aus kilometerweiter Entfernung sieht, gewinnt man – wenn überhaupt – nur sehr selten Auftraggeber für sich. Aber:
     

  3. Sei dir bewusst, was du kannst

  4. Man sollte sich nie selbst überschätzen. Auch zeitlich nicht. Permanente Nachtschichten, weil (meist nach langer Durststrecke) plötzlich mehrere Aufträge auf einmal reinkommen, sind auf Dauer nicht gut. Erst recht nicht für die Gesundheit. Es gilt: Ist ein Auftrag zeitlich (oder vielleicht auch organisatorisch) nicht machbar, muss man ihn auch mal ablehnen können (oder – wenn möglich – gemeinsam mit dem Kunden einen Mittelweg finden).
     

  5. Arbeite schnell, zuverlässig und gut

  6. Und zwar auch, wenn dein Kunde eher jemand ist, dem man ein bisschen hinterherrennen muss. Ich habe häufig die Erfahrung gemacht, dass so einige Auftraggeber Sätze wie “Ich rufe gleich zurück” nicht unbedingt so interpretieren wie ich. Gleich ist eben manchmal ein dehnbarer Zeitraum. Ich habe mir so einige Pluspunkte bereits erarbeitet, indem ich dann einfach freundlich noch einmal nachgefragt habe, wenn mir das gleich dann doch eben etwas zu lang war. Die Unzuverlässigkeit eines Kunden darf sich niemals auf die eigene Arbeitsweise auswirken.
    Denn: Nur zufriedene Kunden möchten weiterhin mit dir zusammenarbeiten und empfehlen dich weiter. Eine schnelle und zuverlässige Arbeitsweise hat mir schon einige Folgeaufträge eingebracht.
     

  7. Arbeite nicht zu Dumpinglöhnen

  8. Jeder Anfang ist schwer. Wer noch keinen festen Kundenstamm hat, muss sich erstmal etablieren. Das ist verdammt hart. Und auch ein fester Kundenstamm ist keine Garantie für regelmäßige Aufträge. So ist bei mir beispielsweise die Vorweihnachtszeit voll von Aufträgen. Die Folgemonate kommen dafür dann allerdings deutlich weniger Anfragen.
    Trotzdem habe ich einen Grundsatz: Ich arbeite weder umsonst (jedenfalls nicht, wenn ich nicht anderweitig etwas davon habe), noch zu Dumpingpreisen. Dazu habe ich hier und hier schonmal etwas gesagt.
    Wer schnell, zuverlässig und gut arbeitet, sollte auch entsprechend entlohnt werden. Basta!
    Und zum Schluss:
     

  9. Lass dich auf keinen Fall verarschen

  10. Wie oft ich es schon erlebt habe, dass ich meinem Geld hinterherrennen musste, kann ich gar nicht mehr zählen. Schon nach ein paar Wochen Selbstständigkeit musste ich lernen, dass es so mancher Kunde mit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht ganz so genau nimmt. Die Folge davon: Jede Menge Ärger für mich.
    Die immer nötige Konsequenz daraus: Alles sollte vorher schriftlich festgehalten werden! Für größere Aufträge verlange ich mittlerweile eine Anzahlung. Ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer noch, aber es wird so zumindest überschaubar.

 
Ein besonderer Dank geht an Coco für die tollen Fotos.

5 thoughts on “5 Dinge, die man als Selbstständiger schnell lernt

  1. Liebe Tina, ein toller Text! Da ich auch eine Zeit lang selbständig war, kenne ich die Probleme – vor allem Punkt zwei. Ich habe mich oft nicht getraut, einen Auftrag abzulehnen, weil ich immer Angst hatte, mir dadurch irgendetwas zu “verbauen” oder es mit jemandem zu “verscherzen”. Dabei hast Du vollkommen recht: gesund ist das nicht. Und man verliert durch das “Zuviel” leider manchmal auch den Spaß an der Sache. Ich wünsche Dir, dass Du mit diesen wertvollen Erfahrungen, die Du bereits sammeln konntest, weiterhin mit Freude und Erfolg als Selbständige arbeiten kannst! Liebe Grüße, KK ♥

  2. Ich kann deinen 5 Punkten absolut zustimmen. Besonders 1 und 5. Selbstbewußtsein ist das A und O. Das verarschen ein neuer Volkssport ist, davon kann ich auch ein Lied singen. Alleine wenn ich mir anschaue was ich alles an “können wir ihre Fotos kostenlos verwenden” anfragen erhalte. Aber trotz der schwarzen Schafe gibt es auch sehr angenehme Aufträge und Kunden.

  3. Ja ich denk vor allem das mit den schriftlichen Bestätigungen ist halt echt ne wichtige Sache! Viel zu oft haben sich Leute schon Entwürfe machen lassen und sind dann zu jemand andrem um es umsetzen zu lassen! Gerade bei Filmen ist das heftig. Daher lässt sich mein Chef auch immer alles gleich unterzeichnen. Sehr hilfreiche Tipps! Man benötigt auf jeden Fall das nötige Selbstbewusstsein. Und dann wächst es von Jahr zu Jahr, weil man eben einfach auf sich selbst gestellt ist und sich um alles selbst kümmern muss! Tolles Outfit meine Liebe! Ich mag die Farben einfach so gern an dir. Rot/Grau/Schwarz (ok die letzten beiden sind keine Farben aber egal :-D) stehn dir einfach sooo gut zusammen!

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